05 Februar 2016

[Experiment zur Gassirunde - Laufen bis zum Umfallen]

Könntet ihr auf Anhieb beantworten, wieviele Kilometer ihr am Tag oder in der Woche mit eurem Hund unterwegs seid? Also wir konnten das nicht. Die Zeit, die wir unterwegs sind, hätte ich noch halbwegs überschlagen können - aber die zurückgelegte Strecke? - keine Ahnung. Da war das "Kleine Experiment zur Gassirunde [Laufen bis zum Umfallen]" von Emmely - das Indianermädchen genau das Richtige für uns. Vom 15. Januar bis zum 29. Januar, also zwei Wochen lang, erfassten wir per Handyapp von jeder Gassirunde die genaue Zeit und Kilometeranzahl.




Fragen wie "Oh, das ist doch ein XY, oder? Die brauchen doch richtig viel Bewegung, oder? und Aussagen wie "Der Australian Shephard muss den ganzen Tag laufen, um glücklich zu sein." führten dazu, dass Lizzy und ihr Australian Shephard das Indianermädchen Emmely die Idee zu diesem kleinen Experiment hatten:

"Wer Lust hat, beginnt ab dem 15. Januar  für  2 Wochen die Kilometer seiner Gassi- Runden festzuhalten."

Als ich das gelesen hatte, kam mir das irgendwie gleich bekannt vor. Wenn ich mit Dion unterwegs bin und wir andere Menschen treffen, dann werde ich zunächst meistens auf seine Größe angesprochen. Oft wird mir dann erzählt, dass sie eigentlich auch schon immer gerne eine Deutsche Dogge haben würde. Aber es irgendwie nie dazu kam und dass die Deutsche Dogge ja bestimmt auch eine ganze Menge Auslauf brauchen würde.

Eine richtige Antwort auf unsere Laufleistung pro Tag konnte ich bisher nie wirklich auf diese Frage geben. Klar, am Anfang also in der Welpenzeit sollte eine Deutsche Dogge nicht zu viel Spazierengehen. Da findet man auch immer wieder Angaben, wie fünf Minuten pro Lebensmonat. Aber jetzt? Was ist jetzt ideal? Dion wird dieses Jahr zwei Jahre alt. Wie lang, wie oft sollte er jetzt eigentlich Gassi-Gehen?



Ich muss zugeben, dass ich mir darüber sonst im Alltag eigentlich keine Gedanken dazu gemacht habe, wielang unsere Strecken sind. Das heißt natürlich nicht, dass Dion vorher nie rauskam oder so. Aber das passierte alles rein intuitiv und nicht nach einem sturen Plan, der vorgibt wie weit wir pro Tag laufen. Es gibt natürlich Tage, da sind wir mal mehr unterwegs und andere da eher wenig. Regen beispielsweise ist für Dion die Höchststrafe, was dazu führt, dass er Spaziergänge im Regen eher widerwillig antritt und diese tendenziell dann auch eher kürzer sind.

Ich fand das kleine Experiment höchst spannend und wollte unbedingt mitmachen. Aus Neugierde fing ich an meine Bücher über Deutsche Doggen und das Internet nach der optimalen Auslastung, Gassilänge zu durchsuchen. Richtig feste Aussagen fand ich dabei jedoch nicht. Der Kerngedanke, den ich immer wieder fand, war, dass die Dogge körperlich und geistig hinsichtlich ihrer Bedürfnisse gefordert werden muss. Wirklich schlauer machte mich meine Recherche also auch nicht.



Also kommen wir nun zu unseren Ergebnissen des kleinen Experiments. Wir haben vom 15. Januar bis zum 29. Januar auf jeder Morgen-, Mittag- und Abendrunde fleißig das Handy dabei gehabt und mit der App runtastic alles aufzeichnen lassen. Vorm Schlafen-Gehen gehen wir auch immer nochmal ein viertes Mal kurz mit Dion raus. Hier pullert Dion aber nur schnell und dann gehts fix ab ins Bett, daher haben wir dies nicht wirklich als Gassirunde gewertet und es nicht mit ausgewertet. Insgesamt waren wir in den zwei Wochen laut App 31 Stunden 49 Minuten und 11 Sekunden mit Dion spazieren und haben dabei eine Strecke von 106,11 km zurückgelegt.



Über die zwei Wochen ist mir aufgefallen wie sehr sich unsere Morgen-, Mittag- und Abend-Gassi-Runden voneinander unterscheiden. Also vorher war mir natürlich schon bewusst, dass diese unterschiedlich lang sind, aber auch Dion verhält sich auf diesen Spaziergängen ganz anders.

Morgens wird erstmal natürlich ausgiebig gepieselt. Die üblichen Stellen müssen markiert werden [damit auch alle anderen Hunde wissen, dass Dion heute schon unterwegs war], das große Geschäft wird erledigt und dann rennt Dion erst einmal im vollen Galopp übers Feld. Es kommt mir so vor, als wenn er dann erstmal etwas Energie abbauen will. Die Morgen-Runde ist von der Strecke her immer ziemlich kurz, durchschnittlich circa 1,19 km. Im Vergleich dazu ist die Zeit mit ungefähr 26 Minuten aber gar nicht so kurz. Das liegt daran, dass wir vorm Haus immer noch eine Runde mit Dion spielen. Entweder fliegt dabei der Ball durch die Gegend oder ich, wenn wir gemeinsam am Seil ziehen.
An manchen Tagen in den zwei Wochen war unsere Strecke etwas länger als sonst. Schuld daran war das Winterwonderland. Dion und ich sind die absoluten Schneefans und da konnten wir quasi gar nicht anders als weiterlaufen, auch wenn der Magen dann schon ziemlich knurrte und wir etwas verspätet frühstückten.


Mittags ist Dion seine Flitze-Runde. Hier läuft er immer Unmengen an Metern mehr als ich. Schnuppern und Markieren ist hier nicht wirklich wichtig. RENNEN, RENNEN, RENNEN ist das Maß der Dinge. In den zwei Wochen sind wir mittags täglich durchschnittlich 4,35 km gelaufen und waren dabei  eine Stunde und acht Minuten unterwegs. Während des kleinen Experiments ist mir aufgefallen wie langsam ich immer mit dem Kinderwagen unterwegs bin. Was daran liegt, dass ich einerseits immer mal stehenbleibe, um nach der Zaubermaus zu schauen und anderseits daran, dass ich jetzt ja immer Dions Lieblingsspielzeuge im Kinderwagen dabei habe und wir dadurch quasi immer mal wieder eine Spielpause machen. Zusätzlich gibt es noch einen dritten Grund, welcher wahrscheinlich der ausschlaggebendste ist für unsere Schneckengeschwindigkeit und das sind einfach die "wunderschönen Feldwege". Meistens sind wir auf den Feldwegen unterwegs, weil Dion da einfach am besten ohne Leine laufen kann und schön flitzen darf. Das ist natürlich wunderschön, aber manchmal auch unheimlich anstregend mit dem Kinderwagen. Auf jeden Fall ist es ein gutes Ganzkörpertraining.


Nun kommen wir zur Auswertung unserer Abendrunde. Hier ist Inspektor Dion immer auf seiner Schnüffelrunde unterwegs. Die Nase ist eigentlich fast die ganzen 31 Minuten permanent auf dem Boden. Das Ganze gleicht eher einem Revierkontrollgang. Besonders amüsant ist es, wenn er schnell nochmal ein paar Meter der durchschnittlichen 1,53 km zurückläuft, weil er da scheinbar eine besonders wichtige Stelle noch einmal abgecheckt werden muss.
Im Gegensatz zu den anderen Spaziergängen bleibt Dion abends die ganze Zeit an der Leine. Denn abends ist es hier stockdunkel. Dion ist zwar zusätzlich mit einem Leuchthalsband und ich mit einer Kopflampe ausgestattet, aber auf unserem Weg gibt es erst überhaupt gar keine Beleuchtung und dann geht es mitten durchs Wohngebiet - daher ist die Leine sozusagen als Sicherheitsmaßnahme dran.



Ich bin ziemlich gespannt auf das Gesamtergebnis des Experiment von Lizzy und Emmely, was übrigens am Sonntag erscheinen soll. Ihr müsst dann unbedingt bei den beiden vorbeischauen. Ich hab hierbei null Ahnung, ob wir im Gegensatz zu den anderen "Teilnehmern viel oder wenig unterwegs waren beziehungsweise sind.
Jedoch bin ich mir sicher, dass wir für uns die richtige Gassilänge und auch Auslastung gefunden haben. Denn Dion ist ein unglaublich ausgeglichener und fröhlicher Hund, der mich jeden Tag mit seiner Lebensfreude ansteckt.






 
 
 
 
 
Hier für die Interessierten noch die genauen Zahlen:

Datum Morgens
Mittags
Abends



Zeit Strecke Zeit Strecke Zeit Strecke Gesamtzeit Gesamtstrecke
15.01. 0:19:29 1,22 km 0:37:41 2,10 km 0:28:51 1,20 km 1:26:01 4,52 km
16.01. 0:36:33 0,80 km 1:02:33 3,03 km 0:23:02 1,20 km 2:02:08 5,03 km
17.01. 0:23:10 1,04 km 0:53:23 1,68 km 0:27:11 1,22 km 1:43:44 3,94 km
18.01. 0:25:25 1,79 km 0:58:13 2,85 km 0:24:08 1,78 km 1:47:46 6,42 km
19.01. 0:30:24 1,33 km 1:11:11 4,50 km 0:35:30 1,62 km 2:17:05 7,45 km
20.01. 0:45:37 2,79 km 1:01:41 3,80 km 0:34:11 2,02 km 2:21:29 8,61 km
21.01. 0:37:25 2,11 km 1:23:05 4,36 km 0:37:58 2,05 km 2:38:28 8,52 km
22.01. 0:22:35 1,20 km 0:52:26 2,70 km 0:29:06 1,10 km 1:44:07 5,00 km
23.01. 0:24:59 0,70 km 1:36:04 5,64 km 0:41:49 2,20 km 2:42:52 8,54 km
24.01. 0:20:53 0,70 km 1:26:15 5,60 km 0:34:55 1,50 km 2:22:03 7,80 km
25.01. 0:18:59 0,70 km 1:33:55 5,10 km 0:26:25 1,50 km 2:19:19 7,30 km
26.01. 0:20:46 0,70 km 1:35:22 6,30 km 0:42:52 1,50 km 2:39:00 8,50 km
27.01. 0:18:34 0,70 km 0:39:56 4,80 km 0:22:40 1,40 km 1:21:10 6,90 km
28.01. 0:29:50 0,70 km 0:45:56 4,90 km 0:38:39 1,20 km 1:54:25 6,80 km
29.01. 0:26:54 1,35 km 1:33:47 7,90 km 0:28:53 1,53 km 2:29:34 10,78 km










Mittelwert Mittelwert Mittelwert Mittelwert Mittelwert Mittelwert Mittelwert Mittelwert

0:26:46 1,19 km 1:08:46 4,35 km 0:31:45 1,53 km 2:07:17 7,07 km


















Insgesamt





106,11km 31:49:11









10 Kommentare
  1. Wow! Ihr habt das aber ganz genau aufgenommen. Ich habe derzeit überhaupt keinen Überblick und hatte die vergangenen Wochen auch keine Zeit beim Experiment mitzumachen. Aus den vergangenen Erfahrungen kann ich aber sagen, dass unsere Morgenrunde aber ähnlich abläuft und mit ca. 20-30 min ähnlich lang ist. Mittags hab ich Gassigänger, weil ich sonst nur kurz aus dem Büro kann. Also ist unserer Abendrunde die Entscheidende und da bin ich zwischen 10 min (Pisswetter) und 3 Stunden (geniales Wetter) unterwegs. ;)

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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    1. Bei uns haben sich die Gassirunden und -zeiten aber auch verändert, seitdem ich schwanger war und nun die kleine Zaubermaus bei uns ist und ich deswegen zur Zeit Zuhause bin. Vorher im "Berufsstress" war das auch ein bisschen anders. Da gings auch zuerst morgens zwischen 5 und 6Uhr das erste Mal raus, dann sind mein Mann oder ich mittags nach Hause gekommen und mit Dion spazieren gegangen. Die richtig große Runde gabs dann nachmittags nach der Arbeit und dann gings abends nochmal raus. Jetzt hat sich das mit den dreimal eingespielt.

      Beste Grüße

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  2. Ich denke, da liegst Du wahrscheinlich gut im Mittelfeld mit ca. 2 Stunden und 7 km täglich. Obwohl sich ja je nach persönlicher Lebenssituation, Alter, Größe und Rasse des Hundes nicht wirklich was vergleichen lässt...

    Bei uns gibt es nur eine konstante Größe und das ist der Weg vom Auto zum Büro. Ansonsten entscheiden Zeit, Wetter sowie Lust und Laune. Und dann ist von 10 min bis zu 6 Stunden alles drin... lach

    LG Andrea und Linda

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    1. Das Wetter ist bei uns auch ein ganz entscheidender Faktor hinsichtlich der Gassizeit. Bei Regen rennt Dion nur schnell zum nächsten Haus und dann auf dem direkten Weg wieder nach Hause ;-)

      Liebe Grüße

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  3. Ooooh ich hab das gar nicht mitbekommen! Da hätte ich ja gern mitgemacht! :3
    Vielleicht mach ich das ja auch mal. ;) Mal sehn...

    Habt ihr auf jeden Fall ganz schön Strecke zurück gelegt. ;)

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    1. Das ist echt interessant einfach mal zu machen und zu beobachten und mit den ganzen Handyapps ist das ja auch echt einfach und das Handy hat man ja meistens sowieso mit dabei
      Falls ihr auch noch das "kleine Experiment" macht, dann müsst ihr unbedingt davon berichten. Wir sind ja neugierig :-)

      LG

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  4. Das ist ja echt mal spannend zu lesen. Ich weiß aus dem Kopf ziemlich genau wie lang wir unterwegs sind, über unsere Kilometerleistung habe ich dafür gar keinen Plan :D Da wir seit 10 Jahren hier wohnen und bis auf wenige Ausnahmen immer die gleichen 3-5 Strecken laufen hab ich die inzwischen zeitmäßig ganz gut intus. Morgens sind es 30-40 Minuten, am Wochenende auch mal bis zu 60 Minuten und nachmittags zwischen 40 und 50 Minuten. Dazu darf jeder der Hunde 1x in der Woche mit der Hundeschule nochmal 60 Minuten eine Extrarunde drehen ;-) Hier gibt es dafür weder eine Abend- noch eine Mittagsrunde. Die beiden kennen es nicht anders, dafür sind wir nachmittags sehr genau mit unserer Rausgehzeit, der Terrier wird dann nämlich ganz schnell hibbelig ;-) Achja, ich mach hier wie man sieht keinen Unterschied zwischen Berner Sennenhund und Terrier an Auslaufzeiten. Ich glaube auch nicht, dass man das an der Größe festmachen kann oder muss.

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    1. Unsere Runden am Morgen und am Abend sind ja auch immer fast gleich. Da wir hier noch nicht lange wohnen, gehen wir mittags immer wieder andere Strecken um die Gegend hier zu erkunden. Daher unterscheidet sich da die Länge und Strecke immer voneinander und ist auch immer ein bisschen eine Überraschung. Wobei ich immmer aufpassen muss, dass es nicht zu lang wird, da die kleine Zaubermaus ja auch irgendwann wieder Hunger bekommt :-)

      Dion kennt die Losgeh-Zeiten übrigens auch ziemlich genau. Insbesondere abends fängt er dann schon mal an zu "nerven", denn danach gibts dann ja sein Fressen :-)

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  5. das ist echt interessant. Wir haben 2 Runden täglich eine lange und eine kurze, abends dann nur schnell Pipi machen.
    LG Vanni mit Sandy

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    1. Abends vorm Schlafengehen heißt es bei uns auch nochmal schnell Pipi machen, dann muss ich morgens nicht so auf die Uhr gucken und kann auch mal ein bisschen länger schlafen. Wobei Dion da wirklich lange durchhält. Er ist nämlich auch ein kleiner Langschläfer ;-)

      LG

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